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Liebe Leser*innen, 

der Herbst hat Einzug gehalten: Nebel liegt über den Wiesen, Himmel und Bäume glühen in allen denkbaren Rot- und Orangetönen, die Temperaturen sinken langsam. Zeit die Wärmepumpe anzuwerfen, die sich - ihrem turbulenten Start zum Trotz - heute großer Beliebtheit erfreut. Wer hätte das gedacht, nach all den negativen Heizungshammer-Schlagzeilen rund um das ehemalige Gebäudeenergiegesetz, das sich jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz nennt. Vielleicht für uns alle ein Grund innezuhalten: es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. In unserem Metier sicherlich kein schlechter Leitsatz. Schade nur, wenn die Auswirkungen solcher Kampagnen auf Kosten der Umwelt gehen.

In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen wie immer aktuelle Neuigkeiten, Projekte und Publikationen aus dem ifeu rund um Klimaschutz vor - z.B. besagte neue Erkenntnisse zur Beliebheit der Wärmepumpe, ein bahnbrechendes neues Projekt, in dem eine frei verfügbare, qualitätsgesicherte Referenzdatenbank für Ökobilanzdaten
entwickelt wird und vieles andere.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und einen gemütlichen Herbststart!

Es grüßen aus Heidelberg und Berlin

Isabelle Haupt & Frédérique Régincos

Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
ifeu Heidelberg und Berlin

Aktuelles aus dem ifeu

Wärmepumpe: Wer eine hat, ist zufrieden

Wer bereits auf eine Wärmepumpe umgestiegen ist, bewertet die Entscheidung überwiegend positiv: Laut einer aktuellen Befragung von ifeu, ÖkoInstitut und co2online sind 95 % der befragten Hauseigentümer:innen mit ihrer Wärmepumpe zufrieden.

Besonders interessant: Die Erfahrungen derjenigen, die bereits umgestiegen sind, fallen deutlich positiver aus als die Erwartungen derjenigen, die noch mit Öl oder Gas heizen.

Auch wirtschaftlich sehen viele Vorteile: Mehr als 70 % erwarten, dass sich die Investition langfristig rechnet. Rund zwei Drittel schätzen zudem die größere Unabhängigkeit von schwankenden Energiepreisen.

Gleichzeitig zeigt die Befragung: Die größten Hürden liegen weniger in der Technik als bei Kosten, Unsicherheit und fehlender Information. So glauben etwa die Hälfte der Befragten ohne Wärmepumpe, ein älteres Einfamilienhaus müsse vor dem Einbau umfassend saniert werden. Knapp ein Drittel hält eine Fußbodenheizung für zwingend notwendig – beides ist bei modernen Wärmepumpen nicht grundsätzlich der Fall. 

Die Botschaft ist deshalb ziemlich klar: Gute Erfahrungen können Vorbehalte abbauen. 

Dafür braucht es verlässliche Förderung, verständliche Informationen und praktische Unterstützung bei der individuellen Entscheidung. Denn am Ende zählt nicht nur, was man über Wärmepumpen denkt – sondern auch, wie die Erfahrungen derjenigen aussehen, die bereits eine haben.

Die Befragung ist Teil des Forschungsvorhabens „Wärmepumpe? Kann ich!“ von ifeu, Öko-Institut und co2online. Das Projekt untersucht, wie Eigentümerinnen von Ein- und Zweifamilienhäusern die Eignung ihres Gebäudes für eine Wärmepumpe besser einschätzen können. Grundlage sind unter anderem Literaturanalysen, Expertinnen-Interviews und die Befragung von Gebäudeeigentümer*innen. Als nächster Schritt ist ein Feldtest mit 100 bis 200 Teilnehmenden vorgesehen.


Zum Bericht

Foto: Nancy Pauwels - stock.adobe.com

Neues aus unseren Projekten

ifeu entwickelt bisher einzigartige LCA-Referenzdatenbank für Deutschland

Nachhaltige Entscheidungen sind nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruhen. Ob Corporate oder Product Carbon Footprint, Ökobilanz, Nachhaltigkeitsbericht, Förderantrag oder Genehmigungsverfahren: Die Qualität der Ergebnisse hängt entscheidend von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Bisher war dies oft noch problematisch.

Das Umweltbundesamt hat ein Konsortium unter Leitung des ifeu mit der umfassenden inhaltlichen und technischen Weiterentwicklung der ProBas-Datenbank beauftragt. Ziel ist der Aufbau einer bisher einzigartigen, frei verfügbaren, qualitätsgesicherten LCA-Referenzdatenbank für Deutschland. Sie soll Unternehmen, Verwaltungen, Forschungseinrichtungen und Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten künftig eine verlässliche Datengrundlage für Umwelt- und Klimabewertungen bereitstellen.

Geplant ist eine schrittweise Veröffentlichung:

  • Frühjahr 2027: BETA-Version auf der Plattform Github als Community-Review
  • Frühjahr 2028: Erste Version der deutschen Datenbank
  • Mitte 2029: Launch der finalen Datenbank

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Foto: WrightStudio - stock.adobe.com

ifeu begleitet das
Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK)

Nachhaltiger Konsum spielt eine zentrale Rolle für die Erreichung der Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutzziele in Deutschland. Mit dem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) verfolgt die Bundesregierung das Ziel, nachhaltige Konsummuster in möglichst allen Lebensbereichen zu fördern und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu stärken.

Als zentrale Anlaufstelle für Informationen, Vernetzung und Wissenstransfer unterstützt das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK) am Umweltbundesamt diesen Prozess. Dabei wird es vom ifeu begleitet. Als Teil eines Forschungskonsortiums helfen wir dem KNK fachwissenschaftlich bei der Umsetzung dieser Aufgaben.

Ziel des Projekts ist es, die wissenschaftliche Basis, die Sichtbarkeit und die Reichweite des KNK weiter auszubauen. Dafür werden aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis aufbereitet, neue fachliche Grundlagen entwickelt und verschiedene Akteursgruppen miteinander vernetzt. 

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Foto: tonstock - stock.adobe.com - 1949147484
 

ifeu auf Tour

Emissionen durch das Hobby:
Zweiter FreiRess-Workshop in Berlin


Freizeit ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens und trägt maßgeblich zu Wohlbefinden und Lebensqualität bei. Woran viele gar nicht denken: Je nachdem, wie und womit die Freizeit gestaltet wird, kann sie mit einem erheblichen Ressourcenverbrauch und relevanten Treibhausgasemissionen (THG) verbunden sein. Genau darum geht es im Projekt „FreiRess – Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft im Bedarfsfeld Freizeit“. 

Im Auftrag des Umweltbundesamtes haben das ifeu, das Öko-Institut und Franziska Mohaupt vom Bundesverband für Soziokultur umfassend den Ressourcenbedarf und die THG-Emissionen im Freizeitbereich untersucht und daraus konkrete Ansatzpunkte für eine ressourcenschonende und klimafreundliche Gestaltung abgeleitet. In einer Workshopreihe reflektieren und entwickeln wir gemeinsam mit Expert*innen aus Praxis, Wissenschaft und Politik diese Ergebnisse weiter.

Zwei Workshops haben bereits erfolgreich stattgefunden: 

Im ersten Workshop im April haben wir zentrale Handlungsfelder identifiziert und bewertet. Letzte Woche trafen wir uns im Öko-Institut in Berlin und sind in die konkrete Ausarbeitung von Handlungsoptionen eingestiegen. Herzstück waren dabei interaktive Arbeitsphasen, sogenannte Ideenwerkstätten.

Gemeinsam haben wir:
• vielversprechende Handlungsoptionen zur Ressourcenschonung und THG-Minderung weiterentwickelt und
• diese anhand von Kriterien wie Umsetzbarkeit, Einsparpotenzial und Kosten, aber auch mit Blick auf mögliche Herausforderungen und beteiligte Akteur*innen diskutiert und bewertet.

In kurzen Pitches stellten die Kleingruppen zum Abschluss ihre Ideen vor, darunter:
- Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in Hotels, Restaurants und Kantinen,
- digitale Lösungen, um Textilien im Kreislauf zu führen,
- die Dekarbonisierung der Sportinfrastruktur mithilfe eines „Instituts für klimaneutrale Sportinfrastruktur“ sowie
- eine digitale Best-Practice-Plattform unter dem Leitgedanken „Voneinander lernen“.

Das FreiRess-Team bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für den kreativen Prozess und den anregenden Austausch. Wir freuen uns darauf, die Ideen gemeinsam weiterzudenken, gern auch in möglichen Folgeprojekten!

Mehr Infos

Foto: ifeu gGmbH

Ersatzbaustoffverordnung - was bleibt?

Was bleibt von der Evaluierung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) im Referentenentwurf? 

Dieser Frage widmete sich unsere Kollegin Nadine Muchow (Themenleiterin Kreislaufwirtschaft Bau am ifeu Berlin) im Oktober auf dem
29. Bauschuttrecyclingtag des Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE). Sie hat den Referentenentwurf zur Novelle der EBV mit den Handlungsempfehlungen abgeglichen, die das ifeu im Auftrag des Umweltbundesamtes im Planspiel 2.0 erarbeitet hat.Die Novelle der Ersatzbaustoffverordnung zielt darauf ab, die Verwertung mineralischer Bauabfälle zu vereinfachen, praxisgerechter zu gestalten und bundesweit einheitliche Regelungen zu schaffen. Die wichtigsten Ergebnisse:

1. Die „schnelle Novelle“ ist praktisch umgesetzt. Alle neun einfach umsetzbaren Maßnahmen aus der Evaluierung sind im Entwurf aufgegriffen. Beim Säulenkurztest und bei Asphaltmischgut geht der Entwurf weiter als empfohlen, bei der Kleinmengenregelung bleibt er enger – RC-1 ist nicht erfasst.

2. Der Entwurf enthält zusätzliche Regelungsblöcke, die nicht aus der Evaluierung stammen: akkreditierungsrechtliche Korrekturen an der Güteüberwachung, eine durchgängig digitale Dokumentation und Punkte der Bundesrats-Entschließung.

3. Weitere Schritte hängen an der Evaluierung des wissenschaftlichen Fachkonzepts bis 2027 und an angrenzenden Rechtsbereichen.

Nadine Muchows Fazit der Novelle: Mit den einfach umsetzbaren Maßnahmen wird die Praxistauglichkeit deutlich erhöht, ohne das Schutzniveau für die Umwelt zu verringern. Gleichzeitig ist ein Schritt in Richtung bundeseinheitlichem Vollzug getan.

Hintergrund:
Die ErsatzbaustoffV ist seit dem 1. August 2023 in Kraft. Sie legt umweltfachliche Anforderungen fest, die über die Herstellung, Untersuchung und den Einsatz von mineralischen Ersatzbaustoffen in technischen Bauwerken entscheiden, ob und wie also Recycling-Baustoffe, Bodenmaterial, Baggergut, Schlacken oder Aschen für Straßen, Schienenverkehrswege, befestigte Lagerflächen genutzt werden. Mit der ErsatzbaustoffV wurde erstmalig eine bundeseinheitliche Regelung für die Verwertung mineralischer Abfälle als Ersatzbaustoffe geschaffen.


Fotos der Veranstaltung: Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (iste)

Neue Publikationen 

Strategien für die Dekarbonisierung der Fernwärme in Deutschland: Abschlussbericht

Klimaneutrale Fernwärmetechnologien stoßen beim Markthochlauf auf strukturelle und technologiespezifische Hemmnisse – die Publikation identifiziert diese und entwickelt Lösungsansätze. Entscheidend für den Erfolg sind die politischen Rahmenbedingungen: Das Wärmeplanungsgesetz treibt die Verdrängung fossiler Wärme voran, während geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz diesen Impuls gefährden könnten. Wirtschaftlich tragfähig wird der Hochlauf vor allem durch verlässliche Förderung (BEW) und einen steigenden CO₂-Preis.

Download Studie

Foto: Titelblatt Studie 

 

Suffizienz von Prosumer-Haushalten

Nach der PV-Installation verbrauchen Haushalte im Schnitt 4,3 % mehr Strom: Der „solare Reboundeffekt" beruht nicht auf neuen Geräten, sondern auf einem sorgloseren Umgang mit dem selbst erzeugten Solarstrom. Das Diskussionspapier untersucht das Verbrauchsverhalten von 64 Prosumer-Haushalten über zwei Jahre und stellt mit Stromspiegel Photovoltaik und StromanwendungsCheck zwei Tools vor, die zu bewusstem Stromverbrauch anregen sollen. 

Download Studie

Foto: Titelblatt Studie ifeu / IÖW

 

Das schreibt die Presse

Aktuelle Termine

Podiumsdiskussion "Wohnsuffizienz" in Berlin


18:30 Uhr u.a. mit Dr. Lars-Arvid Brischke (ifeu).

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Transformationsdialoge“ der Bundesstiftung Bauakademie 









Infos & Anmeldung

 
Online- Seminar "Basics für die treibhausgasneutrale Kommune"

9:30 -12:30 Uhr mit Vorträgen u.a. von Lothar Eisenmann, Miriam Dingeldey zur treibhausgasneutralen Verwaltung. Was macht sie aus, welche Handlungsbereiche sind wichtig und worauf ist bei der Bilanzierung besonders zu achten. 






Präsenz-Seminar
"Nachhaltige Bioenergie weiterdenken"

9:00 - 16:30 Uhr
Titel: Impulse für RED IV sowie BioSt-NachV und Biokraft-NachV

Im Mittelpunkt stehen die heutigen Herausforderungen bei der Umsetzung sowie zentrale Änderungsbedarfe und praxistaugliche Lösungsansätze für einen wirksamen Rechtsrahmen nach 2030.

 

Infos & Anmeldung 

Sie finden all unsere öffentlichen Vorträge, Webinare etc. auf einen Blick hier:

Und sonst so?

Bundesweite Aktion am 21. Nov:
Tag des offenen Heizungskellers

Der „Tag des offenen Heizungskellers“ am 21. November 2026 macht klimafreundliches Heizen im Alltag erlebbar. Bundesweit öffnen Haus- und Wohnungsbesitzer*innen ihre Türen und teilen praxisnahe Erfahrungen etwa zur Wärmepumpe. Nachbar*innen zeigen Nachbar*innen, wie sie ohne Gas und Öl Wärme erzeugen können.

Angesichts steigender Energiepreise, klimapolitischer Herausforderungen und anhaltender Unsicherheiten beim Heizungstausch helfen Praxistipps aus erster Hand. Gemeinsam wollen die Organisationen Orientierung schaffen und Vertrauen in klimafreundliche Technologien stärken. Interessierte können die Vorteile von Wärmepumpen auch in Kombination mit Photovoltaikanlagen, Pufferspeichern und Vielem mehr entdecken. „Der Aktionstag setzt auf persönliche Gespräche, Erfahrungsaustausch und unabhängige Informationen, um die Wärmewende vor Ort erlebbar zu machen. Er ist überparteilich und zivilgesellschaftlich getragen. 

Mitmachen ist möglich als Gastgeber*in oder Besucher*in. Um Anmeldung bei den Gastgeber*innen wird gebeten.

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ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH
Isabelle Haupt
Wilckensstr. 3
69120 Heidelberg
Deutschland

06221 - 47 67 83
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www.ifeu.de
CEO: Lothar Eisenmann, Alexander Höger, Prof. Dr. Martin Pehnt
Register: Amtsgericht Mannheim
Tax ID: DE 143446610